Die neue Publikation DER PREUSSISCH-ÖSTERREICHISCHE KRIEG VON 1866: BEWAFFNUNG UND AUSRÜSTUNG stellt sehr detailliert die Gestalt, Funktionsweise und Ausstattung der österreichischen, sächsischen und preußischen Armeen vor, die 1866 auf den böhmischen Schlachtfeldern aufeinandertrafen. Auf 600 Seiten und in etwa derselben Zahl professioneller Fotografien werden erstmals und in dieser Qualität blanke Waffen, Handfeuerwaffen, Geschütze, Sättel, Uniformen und detaillierte Bestandteile der Ausrüstung der Truppen dieses Konflikts, der Europa veränderte, schrittweise vorgestellt.
Die Publikation beachtet die historische Einordnung der Ereignisse und macht den Leser mit der Entstehung und Entwicklung der Sammlung von Gegenständen aus dem Krieg von 1866 im Museum von Hradec vertraut. Das neue Buch, dessen Autoren Bohumír Tuhý, Jiří Šramar, Josef Šrámek und ein Kollektiv sind, ist eine überarbeitete und ergänzte Ausgabe der früheren Publikation aus dem Jahr 1990, die sich mit ähnlicher Thematik befasste.
„Grundlage für dieses Buch war die Publikation von 1990 der zuerst genannten beiden Autoren. Einige Kapitel haben wir überarbeitet und einige ganz neue hinzugefügt. Die ursprünglichen Autoren bereiteten das Buch noch vor 1989 vor und hatten, obwohl sie Fachleute auf ihrem Gebiet waren, keinen solchen Zugang zu ausländischen Quellen, wie wir ihn heute haben. Besonders die Passagen über die preußische Armee haben wir deutlich aktualisiert,“ sagte der Historiker des Museums Ostböhmens in Hradec Králové Josef Šrámek, der die Publikation zusammengestellt hat.
Die Autoren des neuen Buches widmeten sich neben der Modernisierung der Texte auch der Qualität der aufgenommenen Fotografien. Das Buch enthält Originalfotografien von rund dreihundert Gegenständen aus den Sammlungen des Museums in Hradec. Auf den Aufnahmen sind Uniformen, Waffen und verschiedene Bestandteile der Ausrüstung und Bewaffnung zu sehen. „An dem Buch haben wir das ganze Jahr intensiv gearbeitet, großen Wert legten wir auf die Auswahl der Sammlungsgegenstände. Das Museum erwarb sie seit Beginn seiner Existenz insbesondere durch Ankäufe von Zeitzeugen und Sammlern, und zum Beispiel Uniformen aus diesem Krieg sind nur in sehr geringer Zahl erhalten geblieben. Die Fotografien in diesem Buch sind nicht nur eine bloße Illustration, sondern ein integraler Bestandteil der Publikation,“ sagte Josef Šrámek.
Der Hauptunterschied in der Bewaffnung der österreichischen und preußischen Armee lag bei den Handfeuerwaffen. Die österreichische Infanterie verwendete Lorenz-Gewehre Modell 1854, die von vorne geladen wurden. Beim Schießen waren sie langsamer als die preußischen Hinterlader, hatten dafür aber eine bessere Genauigkeit und größere Reichweite. Die Preußen verfügten über sogenannte Zündnadelgewehre nach dem System von Nikolaus Dreyse, die bereits Patronen verwendeten und von hinten geladen wurden.