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GESCHICHTEN DES KRIEGES VON 1866 – EIN ANDERER BLICK AUF DIE KRIEGSEREIGNISSE (6. 5. 2016)

Die Reihe der Gedenkveranstaltungen zum 150. Jahrestag der Schlacht bei Hradec Králové wird auch von Geschichten des Krieges 1866 begleitet. Es handelt sich um 12 Geschichten, die auf Grundlage zeitgenössischer Erinnerungen, Einträge in Gemeindekroniken und Pfarrarchiven entstanden sind und sich auf die historischen Ereignisse des Jahres 1866 beziehen.

Die Geschichten sind in zwei Versionen bearbeitet – einer kurzen und einer langen. Die kurzen (grafisch gestalteten) erscheinen während der Gedenkveranstaltungen in Form von Plakaten, Flugblättern und Anzeigen, die langen auf der Website www.koniggratz150.eu. Autor der Geschichten ist der Publizist Vladimír Bílek, die fachliche Betreuung lag beim Historiker des Museums Ostböhmens Josef Šrámek.

„Als wir darüber nachdachten, wie wir dem 150. Jahrestag der Schlacht eine weitere Dimension verleihen könnten, kamen wir auf die Idee, nicht nur die Schicksale von Soldaten und Befehlshabern vorzustellen, sondern auch die gewöhnlicher Menschen aus den Dörfern, die durch den Krieg von 1866 so schrecklich gelitten haben. So entstanden die Geschichten des Krieges 1866. Sie geben den Kriegsereignissen eine menschliche Dimension, bringen sie der Gegenwart näher und zeigen an einzelnen Akteuren, was der Krieg für das Leben in Dörfern und Städten bedeutete und was er für die Angehörigen und Liebenden jener bedeutete, die mit ihm in direkten Kontakt kamen“, sagt Vladimír Bílek.

Grundlage der Geschichten sind nicht nur bedeutende Heerführer, sondern auch gewöhnliche Menschen, die Festung Hradec sowie das interessante Phänomen, dass im Krieg Angehörige der meisten Nationen Europas kämpften. Zum Beispiel leisteten auf dem Schlachtfeld bei Hradec Králové erstmals Militärsanitäter, gekennzeichnet mit einer weißen Binde mit rotem Kreuz, Erste Hilfe. Es war das erste Mal, dass das Rote Kreuz in einem Krieg auf tschechischem Gebiet half.

Im Krieg kämpften und starben Soldaten der Nationen ganz Mitteleuropas, ihre Nachkommen sind heute Nachbarn oder reisen ohne Einschränkungen durch Staatsgrenzen zueinander. Die Geschichten bieten damit die Möglichkeit zu zeigen, wie wir in Europa durch die ferne Vergangenheit miteinander verbunden sind. Und es geht nicht nur um Tschechen, Deutsche oder Österreicher, sondern auch um Slowaken, Polen, Ukrainer, Italiener, Serben, Slowenen oder Kroaten.

Grundlage des visuellen Erscheinungsbildes der Gedenkveranstaltungen wurde das monumentale Bild des Malers Václav Sochor. Auch er wurde zur zentralen Figur einer der Geschichten. Er war damals 11 Jahre alt, als sich eine der größten Kavallerieschlachten des damaligen Europas bei Střezetice unweit von Hradec Králové abspielte. 30 Jahre später malte er als bereits bekannter Künstler die ganze Szene. Kaiser Franz Joseph I. kaufte das Bild später für seine Sammlungen.

Interessant sind auch die Schicksale beider Oberbefehlshaber. Der österreichische Oberbefehlshaber Ludwig Benedek wurde nach dem verlorenen Krieg pensioniert und musste versprechen, über sein Kommando nicht zu sprechen. Er wurde in ziviler Kleidung und ohne militärische Ehren beigesetzt. Dem preußischen König Wilhelm I. half der Sieg bis zum Kaisertitel und zur Einigung Deutschlands.

In den Geschichten des Krieges 1866 erscheint auch ein Knecht, der mit seinem eigenen Körper die letzte Kuh seines Herrn davor schützte, von Soldaten requiriert zu werden, oder die technisch fortschrittlicheren Hinterladergewehre, die die Schlacht möglicherweise entschieden.

Das Projekt der Geschichten wurde von der Stadt Hradec Králové unterstützt.

 

  Kontakt

KÖNIGGRATZ 1866 - Garda města Hradce Králové z.s.

Velké náměstí 1
500 01 Hradec Králové
Telefon: +420 608 216 662 - Radek Balcárek
Email:

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